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Hamburg

Buispost in Hamburg - Rohrpost in  Hamburg - Pneumatic Tube System in Hamburg

Die Rohrpost Hamburg wurde am 24. Oktober 1864 in Betrieb genommen. Über die Linienführung sowie maximale Ausdehnung des Hamburger Stadtrohrpostnetzes ist noch zu wenig bekannt. Es wurde in den 1960er Jahren durch die Großrohrpost Hamburg (s.u.) ersetzt.

Stempel des Hamburger Telegraphenamtes wurden frühzeitig auf einen 10-Minutentakt eingestellt, weil neben der Rohrpost vor allem auch ein Netz von mit Briefkästen ausgerüsteten Straßenbahnen existierte, welche im Takt des Straßenbahnfahrplanes Postsendungen zur weiteren Verarbeitung anlieferte, deren pünktliche Bearbeitung zu dokumentieren war. Diese Straßenbahnlinien haben für die Postkunden Funktionen der Rohrpost dort geleistet, wo keine Rohrpostlinien vorhanden waren.

Man konnte Eilbriefe ohne weiteren Zuschlag und gewöhnliche Sendungen mit einem Zuschlag von 5 Pf in den Straßenbahnbriefkasten werfen. Diese Sendungen (vor allem Eil- und Luftpostsendungen) wurden dann gemäß den zu erreichenden Anschlüssen ggf. per Rohrpost weiterbefördert. Somit kommen Postsendungen vor, welche gleichermaßen Stempel der Hamburger Rohrpost wie auch der Straßenbahnpost aufweisen.

Großrohrpost

Entgegen dem allgemeinen Trend zur Schließung der Rohrpostanlagen seit den 1950er (New York, Wien) und 1960er Jahren (Berlin, München, Marseille, Algier) wurde in Hamburg systematisch der Ausbau der Rohrpost als Großrohrpostanlage mit einem Röhrendurchmesser von 45 cm betrieben. Es konnten die Wagen von 1,60 m Länge mit bis zu 1000 Sendungen bestückt werden. Ausgangspunkt der Überlegungen zum Bau der Großrohrpost war der immer bedeutender werdende Individualverkehr auf den Straßen, der den raschen Transport der Post zwischen den Ämtern behinderte. Nur ein Transportsystem, das unabhängig von den anderen Verkehrsflüssen funktionierte, schien der neuen Aufgabe gerecht zu werden. Der Hamburger Versuch sollte als Pilotprojekt für andere Städte im Verkehrsgebiet der Bundespost dienen. Baubeginn für die Großrohrpost Hamburg, welche zunächst die PÄ Hamburg 1, Hamburg 11 und den Flughafen Hamburg miteinander verbinden sollte, war der 1. Oktober 1960. Der Ausbau wurde jedoch durch die Flutkatastrophe von 1962 erheblich beeinträchtigt und zurückgeworfen.

Im August 1963 waren die Pläne so weit vorangeschritten, dass der Bau von insgesamt 5 Linien in Planung genommen wurde:

  • Linie I (Wandsbeker Linie): von Hamburg 1 über Wandsbek nach Hamburg 22 = 7,6 km
  • Linie II (Flughafenlinie): von Hamburg 1 über Hamburg 22 zum Flughafen = 12,24 km
  • Linie III (Alsterlinie): von Hamburg 1 über Hmb 36, Hmb 20, Hmb 33 und Hmb 22 zurück nach Hmb 1 = 15,08 km
  • Linie IIIa (Altonalinie): von Hamburg 1 über Hmb 36, Hmb Telegraphenamt, Hmb 19, Postsparkassenamt Hamburg = 11,8 km
  • Linie VI (Innenstadtlinie): von Hamburg 1 über Postscheckamt Hamburg nach Hmb 36 = 2,465 km

Trotz der Behinderungen beim Bau konnte die Anlage am 23. Mai 1967 als Ringanlage in Betrieb genommen werden. Dadurch konnten Sendungen zugleich in beide Richtungen geschickt werden. So war es möglich, Sendungen, die im Postauto mehr als eine halbe Stunde auf den Straßen Hamburgs unterwegs gewesen wären, innerhalb von 1:30 bis 3 min zu befördern. Da die Erschütterungen des Straßenverkehrs die Anlage immer wieder beschädigten, wurde der Betrieb bereits nach 16 Jahren eingestellt.

Literatur